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Im
Sitze hervorragender Universitäten, die ganz besonders für
das Studium der Geschichte, Ökonomie und Wissenschaften sowie
für das Ingenieurwesen der Techischen Hochschule bekannt sind,
sind in Turin einige kulturelle Institutionen zu Hause, die in der
ganzen Welt für den Reichtum der Bibliotheken, der Sammlung
von seltenen, antiken Büchern und den Wert der Dokumente sowie
der Organisation von zahlreichen Tätigkeiten und Initiativen
bekannt sind.
Im
Gebäude Tapparelli d'Azeglio aus dem Settecento hat die Fondazione
Einaudi ihren Sitz, die dem bekannten Turiner Wirtschaftler Luigi
Einaudi gewidmet ist, dem zweiten Präsidenten der italienischen
Republik, ein namhaftes Studienzentrum auf dem Gebiet der Geschichte
der politischen und wirtschaftlichen Lehren. Mit einer wohlausgestatteten
Bibliothek werden hier Zusammenkünfte und Seminare veranstaltet
und Stipendienträger aus Italien und dem Ausland beherbergt.
Im gleichen Gebäude befindet sich auch die Fondazione (Stiftung)
Firpo, die auf die Geschichte der politischen Lehren spezialisiert
ist, und in welcher sich die private Bibliothek dieses ehrenwerten
Gelehrten befindet mit u.a. sehr seltenen Büchern und vielen
Erstausgaben der Klassiker der Politik, des Ergebnis von jahrelanger
minuziöser und begeisterter Forschungsarbeiten.
Die
älteste unter den im Archivio
di Stato (Staatsarchiv) in piazza Castello, das sich im Inneren
des von Filippo Juvarra entworfenen Komplexes in wunderschönen
Räumen mit Stilmöbeln befindet, aufbewahrten Unterlagen
ist die Gründungsurkunde der abbazia (Abtei) della Novalesa,
eine lange Schriftrolle, die 726 n.Chr. in Merowinger Sprache abgefaßt
wurde. Das ursprünglich für die Aufnahme der Unterlagen
des savoyischen Staates vorgesehene Archiv - nach der Umwandlung
im Jahre 1713 von Herzogtum in Reich - ist eines der wichtigsten
Europas, ein echter Bezugspunkt für die Gelehrten, die Geschichtsforschungen
betreiben.
Nicht
weit davon entfernt befindet sich die Biblioteca Reale, die 1837
vom König Carlo Alberto im rechten Flügel des Königspalastes
eingerichtet wurde, um den Bücherschatz des Hauses Savoia zu
bereichern. Im großen Salon mit Fresken und zweistöckigen
Bücherregalen aus Nußbaum werden Volumen großen
Wertes zusammen mit Manuskripten, Pergamenten, Cinquecentisten,
Inkunabeln, dem "Codice degli Uccelli" (Vögelkodex)
von Leonardo da Vinci und einer Sammlung von Zeichnungen unschätzbaren
Wertes wie dem "ritratto
di vecchio" in sanguigna ("Bildnis
eines alten Mannes" mit Rötel, wahrscheinlich das Selbstporträt
des Leonardo) aufbewahrt.
Zu
den vom Hause Savoia geförderten, kulturellen Institutionen
ist die 1757 durch eine Gruppe Wissenschaftler (darunter auch der
Mathematiker Luigi Lagrange) gegründete Accademia delle Scienze
mit Sitz im gleichnamigen Gebäude für die Studien auf
naturwissenschaftlichen, physischen und moralischen Bereich bekannt,
wie auch für die beträchtliche Bibliothek, über die
sie verfügt.
Besonders
aktiv ist die Fondazione Agnelli, die Forschungstätigkeiten
im Bereich der Sozialwissenschaften betreibt.
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