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Turin
verfügt über einen wahren Museumsschatz, der die grundlegende,
kulturelle Rolle der Stadt in der Vergangenheit bezeugt, aber auch
ihre heutige Lebendigkeit.
Im
Jahre 1824 kaufte Carlo Felice di Savoia die von Bernardino Drovetti
gesammelte Kollektion ägyptischer Altertümer und gründete
damit das Museo Egizio,
das zweit wichtigste auf der Welt nach dem Museum in Kairo. In zwölf,
auf drei Stockwerke verteilten Sälen befinden sich über
30.000 Fundstücke, die mit der Zeit an Zahl und Wichtigkeit
zunahmen. Einige der bekanntesten sind: die berühmte Statue
aus schwarzem Granit von Ramses II, die zum Symbol des Museums wurde,
das Grabmal des Architekten Khas und seiner Frau Merit, einschließlich
einer bestens erhaltenen Grabausstattung; die grundlegende Sammlung
von Papyren und die unzähligen Gegenstände,die religiöse
Kulte und die wissenschaftlichen Forschungen, die Tätigkeit
der Schriftgelehrten und der Jagd, den Fischfang und die Landwirtschaft
bezeugen.
Im
Inneren des gleichen Gebäudes führt eine riesige Treppe
in die Galleria
Sabauda, die Gemäldesammlung des Hauses Savoia, die
mehrmals erweitert wurde und im Jahre 1860 an den Staat übergeben
wurde. Diese äußerst wichtige Sammlung, die eine der
größten Italiens ist, enthält unter anderem die
Kunstwerke der piemontesischen und italienischen Meister (Beato
Angelico, il Guercino, Paolo Veronese, Andrea Mantegna, Filippo
Lippi, Antonio e Pietro Pollaiolo, und andere), die vollständige
Sammlung Italiens von flämischen und holländischen Gemälden,
mit Werken von Van Eyck, Memling, Rembrandt und Van Dyck.
Ganz
in der Nähe, im Palazzo Carignano, befindet sich auf dem gleichnamigen
Platz das Museo
Nazionale del Risorgimento: der 1679 vom Guarini entworfene
wunderschöne Barockpalast war der Erstsitz der Savoia-Carignano
und beherbergte daraufhin das subalpine Parlament. In dreißig
Sälen im Erdgeschoß wird die Geschichte Italiens von
1706, dem Jahr des Turiner Sieges gegen das französische Heer,
bis 1946 beschrieben. Dank einer kürzlichen Restauration ist
es möglich, den Rundgang mit einem Besuch in der herrlichen
Aula des ersten italienischen Parlaments abzuschließen.
Ein
kurzer Spazierang unter den Bogengängen der piazza Castello
führt zum Palazzo Reale, dem offiziellen Wohnsitz der Dynastie
der Savoyer bis 1865: der Rundgang geht vom Thronsaal und den königlichen
Gemächern bis zu den prächtigen Gärten. In einem
Flügel des Palastes befindet sich die Armeria
Reale Carlo Albertos, eine der wichtigsten und vollständigsten
Waffensammlungen der Welt.
In
der Platzmitte hebt sich das imposante Gebäude Palazzo Madama
, in dessen Innerem die herrlichen Säle des Museo
di Arte Antica (Museum der antiken Künste) restauriert
werden.
Seit
1989 sind die umstrukturierten königlichen Gewächshäuser
der Sitz des Museo
di Antichità (Altertumsmuseum), dessen reiche Bestände
von vorgeschichtlichen Fundstücken bis zur Sammlung von Marmor,
Keramik und Statuen der griechischen, italienischen und römischen
Kultur gehen.
Sehr interessant ist auch das Museo
Pietro Micca e dell'Assedio di Torino del 1706 (Museum
des Pietro Micca und der Belagerung Turins 1706), von dem man in
das Stollensystem der antiken Zitadelle kommt. Für die Liebhaber
der Gemälde und Skulpturen ist sicherlich ein Besuch der Pinacoteca
(Gemäldesammlung) dell'Accademia Albertina
wert, in welcher eine wichtge Sammlung von Kunstwerken vom dreizehnten
bis achtzehnten Jahrhundert ausgestellt ist.
Turin
war nicht nur die Hauptstadt des savoyschen Reiches, sondern auch
Hauptstadt der Automobilindustrie, der Alpengipfel und der Filmkunst:
davon zeugen die wertvollen Kollektionen, die sich in einigen der
bekanntensten Stadtmuseen befinden. In den Sälen des Museo
Nazionale dell'Automobile "Carlo Biscaretti di Ruffia"
ist es möglich, die Entwicklung des Autos von den ersten, dampfbetriebenden
Modellen bis zur Entstehung der Kleinwagen zu verfolgen, von den
Rennwagen bis zu den jüngsten Früchten der ökologischen
Forschung.
Wer
jedoch dem Auto und den Stadtrythmen die Natur vorzieht, dem bietet
Turin den Besuch des Museo
Nazionale della Montagna "Duca degli Abruzzi"
(Nationales Gebirgsmuseum) an, das sowohl bei dem Rundgang in der
Ausstellung als auch durch seine panoramische Lage auf dem Monte
dei Cappuccini (Kapuzinerberg) bezaubert.
Das
schon an sich reiche und stimulierende Bild wird seit September
des vergangenen Jahres auch eine weitere Museuminstitution vervollständigt:
das Museo Nazionale del Cinema (Museum der Geschichte des
Kinos) eröffnet. Das vollständig restaurierte
Innere der Mole Antonelliana, eines der Stadtsymbole, hat die drei
Abteilungen des Museums aufgenommen und zwar jene des pre-cinema
(Vor-Filmkunst), der Lanterna magica (Zauberlaterne) und der ersten
Erfahrungen mit den sich bewegenden Bildern; jene der Entwicklung
und Bewährung der echten Filmkunst: die dritte ist endlich
an die Möglichkeiten gewidmet, die die Digitaltechnologie geöffnet
hat.
Der Besucher des Museums kann dann einen interaktiven Rungang verfolgen
und wird die Technologien der Filmkunst von gestern, heute und morgen
erproben.
Absolut
nicht zu vernachläßigen sind die Sammlungen der eindrucksvollen
GAM Galerie der modernen
und zeitgenössischen Kunst
Die
Neugierde des Touristen kann zum Schluß durch einen Besuch
des Museo
della Marionetta (Puppenmuseum) befriedigt werden,
das 1979 neben dem Teatro Gianduja (Turiner Maske) entstand. Hier
befindet sich ein außergewöhnlicher Kunstschatz von über
10.000 Raritäten, einschließlich Bühnenbildern und
seltsamen Szenenzubehörs aus aller Welt.
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