Turin zu erleben

Turin, reich an Gärungen und Initiativen, bleibt abends nicht zu Hause: das neue Image einer Stadt, die scheinbar diskrete Grautöne bevorzugte und dagegen eine farbenfreudige und multikulturelle Selle enthüllt.

 
 

Die Stadt verändert sich und auch das kulturelle Leben erfuhr einen positiven Senenwechsel: in den letzten Jahren vervielfältigen sich die Veranstaltungen und Initiativen auf den verschiedensten Sektoren und kamen zu den bereits bekannten wie Settembre Musica (musikalischer September), dem Salone del Libro (Buchmesse) und den Spielzeiten des Teatro Regio (Opernhaus) und des Teatro Stabile.

Der Kalender der musikalischen Ereignisse bereicherte sich durch neue Veranstaltungen wie z.B.: Altrosuono, eine eindrucksvolle Auslese antiker Musik, Newport Festival Jazz, das im Sommer im Freien in dem wunderschönen Rahmen der Gärten des Palazzo Reale abgehalten wird, zahlreiche "cantautori" (Liedermacher) und aufsteigende Musikgruppen.

Auf dem Gebiet des Theaters kamen zum klassischen Repertoire des Teatro Stabile, dessen Vorstellungen meistens im historischen (1787) Teatro Carignano, im Teatro Alfieri, Teatro Colosseo und Teatro Nuovo stattfinden, in letzter Zeit auch Vorstellungen der Gruppo della Rocca, Teatro dell'Angolo, Teatro Juvarra, Labor Teatro Settimo und von jungen Spielgruppen in kleineren Theatern, in die nach Jahren der Ruhe wieder die Besucher zurückkehrten.

Auch die Filmtätigkeit ist stark in Turin verwurzelt dank der Anwesenheit von sogar vier internationalen Festspielen. Als eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres wird das Festival del Cinema Giovani (der jungen Filmkunst) betrachtet, das sich im Verlaufe der Jahre eine wichtige Position in den Reihen der internationalen Festspiele kämpfte. Das Cinema delle Donne (Frauenfilmkunst), das Cinema con Tematiche Omosessuali (homosexuelle Filmthemen) und das Cinema Sportivo (Sportfilme) stammen aus Turin.
Tatsächlich besteht zwischen Turin und der Filmkunst eine geschichtliche Verbindung: diese Stadt befand sich in der Tat unter den ersten, die Anfang dieses Jahrhunderts die neue von den Gebrüdern Lumière entwickelte Technik einführten und experimentierten, die Ausmaße in künstlerischer Hinsicht erkannten und auf der ganzen Halbinsel verbreiteten.

Wenn die Filmkunst tiefe Wurzeln in Turin hat, so steht ihr die Photographie keineswegs nach: in der Stadt befindet sich die Fondazione Italiana per la Fotografia (italienische Stiftung für Fotografie), eine besonders aktive Institution, auf die vor allem wegen der wichtigen Ausstellungen verwiesen wird, die nicht nur die Liebhaber anziehen.
Unter den festen Veranstaltungen befinden sich auch große Ausstellungen, die von der
Galleria Civica d'Arte Moderna e Contemporanea (Galerie der modernen und zeitgenössischen Kunst), von der Fondazione Bricherasio, den Gründungen Guido und Ettore de Fornaris, Sandretto-Re Rebaudengo und anderen Turiner Institutionen organisiert werden.

Häufig werden von der Stadt auch Veranstaltungen zu besonderen Anläßen organisiert: 1997 war das Jahr der Biennale dei Giovani Artisti (Biennale der jungen Künstler), das über 700 Künstler aus den Mittelmeerländern nach Turin brachte. 1998 wurden für die Schaustellung des Leichetuchs Christi und der 150. Jahresfeier der Volksaufstände des Jahres 1848 Zusammenkünfte, Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert, die über das ganze Jahr gehen.

Aber das kulturelle Leben in einer modernen Stadt drückt sich nicht nur durch große Anläße sondern auch durch kleinere Initiativen aus, die für ein "Nischen"- Publikum bestimmt sind. In diesem Sinne steht Turin keineswegs den anderen Hauptstädten nach.
Die Unternehmungslustigkeit und die Kreativität der Turiner bietet Gelegenheiten zur intellektuellen Unterhaltung aller Geschmäcker, von den Theaterabenden in den Cafes bis zur Lektüre und Debatten in den Buchhandlungen, von den Ausstellungen der jungen Künstler in avantgardistischen Galerien bis zu den Veranstaltungen auf den Plätzen und den Festen in den Stadtvierteln.

 
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