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Die
industrielle Berufung und das Image einer der Arbeit und der technologischen
Innovation gewidmeten Stadt werden Turin nicht gerecht: hienzu kommt
ihre besondere, geographische Lage, die Einrahmung durch die Alpen
und die Hügellandschaft, ihr Reichtum an Parks und Grünzonen
und die charakteristische von vier Flüßen, nähmlich
dem Po, der Dora, der Stura und dem Sangone, eine Umwelt, auf die
nur wenige Städte stolz sein können.
Die
industrielle und urbanistische Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg
brachten das Risiko mit sich, daß sich die Turiner von ihrem
Fluß entfernten, der früher der Handelsschiffahrt und
auch den Booten der Sonntagsausflüger im Sommer diente und
in dem man auch badete. "Das Meer derjenigen, die kein Meer
haben" sagte man in den Dreißiger Jahren. Seit einigen
Jahren scheint sich die Beziehung jedoch wieder verbessert zu haben.
An den Poufern werden die Jogger, die Fischer und die Radfahrergruppen
immer zahlreicher, aber auch die Turiner und Touristen, die hier
ihre " spasgiada" (Spaziergang) machen.
Die
Stätigkeit der Vergangenheit wird durch die energischen Ruderschläge
der Mannschaften der antiken Rudervereine (unter den ersten in Europa)
Esperia, Armida, Caprera und Cerea bei ihrem täglichen Trainig
angezeigt.
Längs
der Murazzi, den eindrucksvollen Uferbefestigungen aus der napoleonischen
Ära gibt es "Battello sul Po" (Poboote), mit denen
man auf dem Fluß bis nach Moncalieri fahren kann, vorbei am
Valentinopark und der Hügellandschaft, die sich im Wasser des
rechten Ufers widerspiegelt. Der Besucher sollte auf eine angenehmen
Spaziergang auf Wegen des Valentinoparks nicht verzichten, bei dem
man die herrliche Fassade des Castello aus dem XVIII. Jh. bewundern
kann, die Gärten und Gewächshäuser des nahen Orto
Botanico (botanischer Garten), in dem sich eine große Vielzahl
von Graspflanzen befinden. Nach wenigen Schritten kommt man zum
Borgo
Medievale (dem mittelalterlichen Burg), die perfekte Nachbildung eines
Schloßes aus dem Quattrocento, die 1884 gelegentlich der Esposizione
Generale (Generalausstellung) verwirklicht und heute durch die Anwesenheit
von zahlreihen Antiquitätenhändlern und Handwerkern bereichert
wird.
Die
antiken Bootanlegestellen, die heute in Erfrischungskioske oder
Restaurants verwandelt wurden, bieten sich für einen Imbiß
an, einer "merenda siṇira", einer typisch Turiner Zwischenmahlzeit
von siebzehn bis neunzehn Uhr, oder einem bezaubernden Abendessen
mit dem Spiel der Lichtreflexe auf dem Wasser.
Nach
Überquerung der Ponte Isabella kommt man auf unserem Spaziergang
zum Europapark (Parco Europa), dem naheliegendsten Park der Hügellandschaft
(die anderen sind Villa Genero und Parco della Maddalena), wo man
unter hundertjährigen Bäumen in einer stets bezaubernden
Umgebung im Wechsel der Jahreszeiten geht. Warum sollte man es zum
Schluß nicht dem jungen Rousseau nachtun und bis zum Monte
dei Cappuccini gehen, von dem aus der Genfer Philosoph jene Aussicht genaß,
die er als "das schönste Panorama der Welt" bezeichnete
?
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