Gerüche, Kostgenüße und Farben: ein Rundgang zwischen den Marktständen

Ein unbekanntes und zwangloses Turin lebt auf den zahlreichen Märkten, die Spiegel eines sehr vielseitigen sozialen Netzes sind.

 
 

Schon im Mittelalter war die Zone der piazza Palazzo di Città, wo sich das Rathaus befindet, das Zentrum blühender Handelstätigkeiten und in der umliegenden Gegend enstanden Gasthäuser, in denen gemäß den Gemeindevorschriften jener Zeit die vom Lande zum Markt kommenden Bauen und Händler gezwungen waren, zumindest eine Nacht zu verbringen. Am ersten Sonntag eines jeden Monats wird ein Mercatino delle Erbe (Kräutermarkt, aus dem alten Namen des Platzes) mit den besten Produkten der lokalen Winzer- und Kochkunst abgehalten: DOC Weine und Käse (kontollierte Herkunft), Konfekte und Süßigkeiten.

Auf dem Piazza della Repubblica, dem größten Platz der Stadt, in der Nähe der Porte Palatine (antikes römisches Tor) befindet sich der größte Freiluftmarkt Europas, der Markt von Porta Palazzo, wo man alles kaufen kann: von Kleidungsstücken bis zu Stoffen, von Haushaltwaren zu HiFigeräten und natürlich Nahrungsmittel, die wegen ihrer niedrigen Preise und Qualität Käufer aus allen Stadtteilen anziehen. Man geht an Ständen mit Obst und Gemüse, Käse und Wurst vorbei und im Inneren der bekannten Fischmarkthalle kann man in einem malerhaften und lebhaften Klima angeregten Preisverhandlungen beiwohnen, die in den verschiedenen in der Stadt gesprochenen Mundarten ausgefochten werden.

Hinter Porta Palazzo befindet sich seit Mitte des XIX. Jh. der Balôn mit den Altwarenhändlern Turins, für den eine große Anzahl von Läden charakteristisch ist, in denen Artikel und Kuriositäten aller Art, aber auch wertvolle Gegenstände und Möbel ausgestellt sind.

Jeden Sonnabend kommen zu den Warenangeboten der Läden noch die Flohmarktstände und eine farbenfrohe Menge von Käufern und Neugierigen schlendert durch die antiken Gassen des Balôn. Der zweite Sonntag im Monat ist der Tag des Gran Balôn, eine Veranstaltung, die die Ausmaße des historischen Marché aux puces in Paris erreicht: ein Markt der Kuriositäten, Gegenstände für Sammler, Spitzen, Spielzeug, Veröffentlichungen aus anderen Epochen, zu dem antike Gegenstände und antiquarische Möbeln seltener Qualität kommen, die sich Beachtung eines immer zahlreicheren Publikums aus ganz Italien verdiente.

 
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