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Als Hannibal 218 v. Chr. beschloß,
die Römer zu überraschen und den schwierigsten Weg - en über
die Alpen - nahm, fand er hier auf den Hügeln ansässige keltisch-ligurische
Volksstàmme, die Taurini, vor. Mit diesem Datum tritt Turin offiziell in die Geschichte ein. Römische Historiker berichten, daß das gut organisierte Heer Hannibals drei Tage brauchte, um dieses Dorf mit den Namen Taurasia zu zerstören. Der Verbindungsweg nach Gallien wurde für Rom durch die Lage der Ansiedlung am Zusammenfluß von Eridanus (jetzt Po) und Duria Minor (jetzt Dora Riparia) vom militärischen und wirtschaftlichen Standpunkt aus strategisch immer wichtiger. Lateinische Quellen berichten von der Existenz Julia Augusta Taurinorum im Jahre 69 n. Chr., aber wie wir auch wissen, gab es schon zu Cäsars Zeiten dort, wo heute Turin liegt, ein wichtiges Militärlager, ein "castrum". Der Zusammenbruch des Römischen Reiches wurde zum Ruin des alten Turins: Barbarinvasionen, Zerstörungen, Besetzungen. In den Türmen der Porta Palatina herrschten zuerst Longobardenherzoge, später dann Frankengrafen. Erst mit der Ankunft in Turin von Emanuele Filiberto von Savoyen 1562, begann die Stadt zu wachsen. Die Entscheidung des Herrschers, Turin zur Haupstadt seines Herzogtums zu machen, war ausschlaggebend für die Stadtentwicklung. Zunächst errichtete man Festungen, um die Stadt gegen die angreifenden Feinde zu verteidigen. Später berief man große Architekten für Stadterweiterungspläne und den Bau reicher Barock- und Rokokoresidenzen. Diese Entwicklung dauerte bis zur Französischen Revolution an. Unter Napoleon Bonaparte mußte Carlo Emanuele IV. dann die Stadt verlassen und nach Sardinien flüchten. Und wieder war Turin unter Fremdherrschaft. Nach der Rückkehr von Vittorio Emanuele I. nach seiner Abdankung zugunsten von Carlo Felice und nach der Thronbesteigung von Carlo Alberto wurde Turin einen Anziehungspunkt für die Patrioten des Risorgimento, die hier die gesuchte Freiheit fanden. Es war die Zeit der Begeisterung für die italienische Sache, der historischen Cafè, in denen man sich zum Diskutieren traf und sich Hoffnungen hingab, sowie der italienischen Unabhängigkeitskiege. Mit der Einheit Italiens 1861 wurde Turin die erste Haupstadt des Landes. Die Hauptstadtverlegung 1864 nach Florenz brachte für Turin erneut eine große Krise. Wenig später entstanden Industrien, besonders die Automobilindustrie, und wieder wurde die Stadt zum Anziehungspunkt, weil sie Arbeit bieten konnte. In der Vergangenheit war die Stadt nach Plan erweitert worden: in Richtung Süden die Via Nuova unter Carlo Emanuele I.(1673), in Richtung Po unter Carlo Emanuele II.(1673) und die Quartieri Militari unter Vittorio Amedeo II., ein Werk Juvarras von 1715. Das XX. Jahrhundert stand völlig im Zeichen chaotischer, ungeordneter Stadterweiterungen, teilweise zurückzuführen auf den schnellen Zuwachs der Bevölkerung bis auf 1,4 Millionen, heute zu etwa 900.000 abgenommen. Heute befindet sich Turin auf der Suche nach seiner Vergangeheit, nach dem Prestige, das eine so wichtige Rolle in der italienischen Geschichte gespielt, und nach dem Charme, der so viele berühmte Persönlichkeiten fasziniert hat. Auf den großen Plätzen mit ihren prächtigen Palazzi und den langen geraden Straßen wird wieder flaniert, um die Schönheiten der Architektur zu entdecken. An den Fassaden erscheinen wieder die alten Farben und vergessene Malereien. In den Turinern erwacht von neuem die Liebe zu ihrer Stadt und damit auch der Wunsch, sie besser kennenzulernen, sie vorzuzeigen und anderen nahezubringen. |
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