|
Ein
Museum unter freiem Himmel, das man zu Fuß erkundet, indem man sich
in die Farben und Klänge der Stadt versenkt



|
Torino
entdecken, heißt zwanzig Jahrhunderte Geschichte durchwandern. Durch
die Straßen zu schlendern, ist soviel wie ein Museum unter freiem
Himmel zu besuchen. Der Palazzo Carignano war Sitz des ersten italienischen
Parlaments. Heute befindet sich darin das Museum des Risorgimento. Gebaut
wurde es von Guarini wie auch ein weiteres Bauwerk an der barocken Piazza
Carignano: Das Bauwerk, in dem die Galleria Sabauda",
die savoyische Galerie, und das Museo Egizio", das Ägypten-Museum
untergebracht sind. Letzteres wurde im Jahr 1824 gegründet und ist
damit vom Alter her das erste und von der Bedeutung das zweite der Welt.
Mehr als 30.000 Fundstücke werden darin ausgestellt, darunter die
Statue von Ramses aus schwarzem Granit, das Grab des Baumeisters Kha sowie
eine reiche Papyrus- und Objekt-Sammlung. Im Zentrum der Piazza Castelli
befindet sich der Palazzo Madama, in dem das Museo di Arte Antica",
das Museum antiker Kunst untergebracht wird, das gerade restauriert wird.
Gegenüber die San Lorenzo Kirche und rechts der Palazzo Reale. Neben
dem Dom, die Capella della Sindone", die Kapelle des
Turiner Grabtuchs, mit der herrlichen Kuppel von Guarini.
In dieser Kapelle wird seit 1684 das Turiner Grabtuch aufbewahrt und regelmäßig
ausgestellt. Letzteres ist Ziel der Wallfahrer, die in dem Grabtuch das
Grabruch Christi sehen, es ist aber auch von historischem und wissenschaftlichem
Interesse. Dem neuen Teil des Palazzo Reale entlanggehend, erreicht man
die Porte Palatine, durch die man in das romanische Torino gelangt. Rechts
das Museo di Antichità" und die Giardini Reali",
die königlichen Gärten. Wieder zurück Richtung Piazza Castello
findet man die Armeria Reale", die königliche Waffensammlung,
eine der bedeutendsten auf der Welt. Hinter dem Archivio di Stato",
dem Staatsarchiv, und dem Teatro Regio erstreckt sich die Reitschule.
In derselben Richtung kann man auch die Mole Antonelliana, das Wahrzeichen
der Stadt bewundern. In Torino und im Piemont gibt es zahlreiche Museen.
Achtzig dieser Museen können mit einer einzigen Eintrittskarte, der
Carta Musei", besucht werden. Dieses Angebot ist in Italien
einzigartig. Besondere Beachtung sollte dem Museo Storico",
dem historischen Museum, gewidmet werden, das Pietro Micca gewidmet ist.
Von hier aus kann man in die unterirdischen Gänge der historischen
Zitadelle hinab steigen. Außergewöhnlich ist auch das Museo
della Marionetta", das Marionettenmuseum mit seinen 10.000 Ausstellungsstücken.
Das gilt auch für das nach Carlo Biscaretti di Ruffia"
benannte Museo del Automobile". Den Piemontesern liegt aber
auch das Nationale Bergmuseum Duca degli Abruzzi" sehr am Herzen.
Von großer Bedeutung sind die Kunstsammlungen. In Torino kann man
Werke von Leonardo, Antonello da Messina, Beato Angelico, Mantegna, Pollaiolo,
aber auch von Van Eyck, Rembrandt und Van Dyck bewundern. Die Städtische
Gallerie für Moderne und Zeitgenössische Kunst, die GAM"
ist das zweite Museum zeitgenössischer Kunst in Italien. Es nennt
5.000 Gemälde und 400 Skulpturen sein Eigen. In der Nähe von
Torino, im Schloss Rivoli, werden im Museum für Zeitgenössische
Kunst, Ausstellungen von internationaler Bedeutung gezeigt und ferner
eine permanente Ausstellung italienischer und ausländischer Künstler
von den fünfziger Jahren bis heute.
|